| unser hörnchenBlog|
Ich musste aus Platz- und Formatierungsgründen die Seite teilen, den ersten und zweiten Teil gibts im Archiv, hier gehts weiter mit der Vorbereitung der Auswilderung.

Krümel, Keks, Cookie und Kara Teil 3
03.09.2019
Die Parasiten sind wohl besiegt: die neueste Überprüfung der Kotproben heute Nachmittag ergab, dass alle unauffällig sind, d.h. keine ungeladenen Mitfresser mehr - wow, damit hatten wir kaum gerechnet. Was jetzt noch an auffälligem Kot da ist, kommt vermutlich vom Antibiotikum und der ramponierten Darmflora.
Am kommenden Wochenende wollen wir die Großen ins Außengehege im Wildwald Voßwinkel bringen, es wird Zeit, sie sind so weit, und unser Wohnzimmer wird defintiv zu klein und zu langweilig. Die Jungs stalken Krümel, die weiß sich aber zu wehren, trotzdem keine so tolle Situation, Keks ist ganz offensichtlich unterfordert. Im Außengehege wird dann der letzte Schritt in den Wald vorbereitet, Ernährungsumstellung und Anpassung an die Umwelt (Temperaturen, Wind, Regen), sie müssen auch wieder achtsamer werden, draußen im Wald drohen Gefahren.
Kara macht uns Kummer - ihr Stuhl ist zwar auch parasitenfrei, aber mittlerweile kann sie beide Hinterbeine kaum noch bewegen, so als wenn das Hüftgelenk auch entzündet wäre. Seit neuestem beißt sie uns, wenn wir sie in die Hand nehmen, auch wenn wir ihr nicht gerade Medis verabreichen. Das ist kein gutes Zeichen, irgendwie geht es ihr viel schlechter als noch vor ein paar Tagen. Auf dem Bild oben kann man ihr entzündetes rechtes Kniegelenk sehen, es ist leicht errötet, trotzdem steht sie noch auf beiden Hinterbeinen/-füßen, heute rutscht sie fast nur auf dem Bauch. Das kennen wir von anderen Pfleglingen, nur dort war dieses Sympton zuerst, dann bekamen sie Antibiotika und anschließend ging die Entzündung zurück und die Tierchen waren wieder gesund und aktiv und konnten anschließend ihren Weg weitergehen. Wir waren gerade noch optimistisch, was die Kleine angeht, jetzt ist wieder alles mehr als in Frage gestellt.


Keks
                  und Krümel
Cookie
Cookie

 links: Keks und Krümel/Mitte: Cookie/rechts: Cookie


04.09.2019
Die Vorbereitungen für die Fahrt nach Voßwinkel schreiten voran - die "Futtermitgift" für unsere Helden ist eingetütet, ein weiteres Holzhäuschen im Wohnzimmer platziert. Bei unseren Eichhörnchen weiß man nie so genau, welchen Schlafplatz sie sich für die Nacht aussuchen, die Vorgänger haben immer gern die angebotenen Holzhäuschen genutzt, diese hier pennen mal hier, mal dort. Es wäre natürlich fatal, wenn wir sie morgens um 4 Uhr erst suchen und gar erst fangen müssten, deshalb wäre es praktischer, wenn sie in einem Holzhäuschen schlafen (möglichst alle in demselben), wo wir die beiden Ausgänge und das Dach mit vorbereiteten Klappen und Haken im Handumdrehen schließen können. Das würde auch Streß rausnehmen, weil wir sie in dem Häuschen transportieren und dann im Außengehege nur die Klappen aufmachen müssten. Sie hätten für die ersten Stunden dann auch das ihnen bekannte Häuschen, von dem aus sie die neue Umgebung erkunden können. Das Verfahren hat sich bewährt, so soll es jetzt auch wieder laufen.
Wir sind alle erleichtert, dass wir sie nicht mehr zwangsweise mit der Medigabe malträtieren müssen, sie toben nach Kräften durchs Wohnzimmer, ihre Sprünge werden immer länger, mittlerweile können sie die Schränke auch herauf- und herunterklettern, trotzdem bleibt immer noch eine schöne Nähe, besonders zu Krümel und Cookie, Keks bleibt etwas distanzierter, kommt aber trotzdem immer wieder. Krümel lässt sich auch gern mal in die Hand nehmen und knuddeln, Cookie sucht immer wieder Unterschlupf in der Jackentasche.
Bei Kara gibts wenig Ermutigendes zu vermelden, ihre Fortbewegung erinnert an einen Frosch, sie versucht es aber immer wieder und frisst und trinkt regelmäßig. Solange das so bleibt, bekommt sie alle Zeit, die sie braucht, ihr Lieblingsplatz sind immer noch Kapuzen, und am liebsten knabbert sie Baumhaselnüsse.

Kara
Cookie
Cookie
Krümel
Krümel
Keks

 oben links: Kara in der Kapuze/oben Mitte: Cookie/oben rechts: Cookie
 unten links: Krümel/unten Mitte: Krümel und der Olivi/unten rechts: Keks snackt


05.09.2019
Die Lage an der "Köttelfront" normalisiert sich, unsere drei "Mausebären " sind topfit und morgens altersgemäß völlig ausgelassen, sie flitzen durchs Wohnzimmer und beziehen uns in ihre Fangenspiele mit ein. Das wird am Wochenende bestimmt eine große Abschiedsgefühlsduselei, sie sind uns doch sehr ans Herz gewachsen und sie sind uns auch näher als ihre Vorgänger, die wir oft als kompletten Viererwurf bekommen haben und die sich mehr untereinander beschäftigt haben, während unsere aktuellen drei als Einzelgänger zu uns kamen und Krümel hatten wir ja eine ganze Woche allein, bevor Keks und Cookie uns fanden. Wenn man die ersten Fotos von vor einem Monat mit den aktuellen vergleicht kann man feststellen, dass die Kopf- und Gesichtsform weniger babyrundlich, sondern deutlich schlanker und spitzer geworden ist. Auch der Körper ist weniger mollig, sondern schlanker und athletischer geworden. Wir haben dieses Mal die Milchgabe früher reduziert (z.T. notgedrungen, weil unsere Vorräte zur Neige gehen, teils auch wegen des Antibiotikums und der Verdauungssituation).
Schwierig für die drei wird sicher die Umstellung auf andere Temperaturen, sie übernachten zwar in festen Schlafkästen oder eben in ihrem Holzhäuschen, das sie mitbekommen, aber im Vergleich zum Wohnzimmer wird das schon deutlich kälter. Wir wollten aber nicht noch länger warten, es wird Zeit - für uns alle.
Kara bleibt unser Sorgenhörnchen, sie rutscht nach wie vor mit dem Hinterteil über den Boden und die linke Vorderpfote konnte sie ja von Anfang an nicht gebrauchen. Sie ist immer noch "stubenrein", knabbert Baumhaselnüsse und trinkt Milch, auch bei ihr verbessert sich die Konsistenz der Köttel, sie ist aber sehr unruhig, wenn man sie auf die Hand nimmt. Sie möchte am liebsten alles um sich herum von oben betrachten, dann wird sie etwas ruhiger, ihr Lieblingsplatz ist immer noch eine Kapuze, am besten mit Nüssen darin, die sind dann später fein säuberlich kleingeschreddert und zum größten Teil in ihrem Bauch verschwunden.

07.09.2019
Alles hat fast wie geplant funktioniert: nach einem ausgelassenen Tobe- und Spieletag kommen alle zu liegen, Cookie leider nicht im Häuschen, sondern davor. Eine kleine Aufmunterung später krabbelt er doch hinein, alles gut. Wir legen uns dann später auch ins Wohnzimmer auf die Couch und stellen den Wecker auf 4 Uhr morgens, alle Taschen sind gepackt, sämtliche Trageboxen und Käfige stehen bereit, den Schlüssel für das Gehege im Wildwald haben wir schon nachmittags geholt.
Als um 4 Uhr der Wecker fiept und wir die beiden Häuschen verschließen wollen, in denen wir die drei vermuten, liegt Cookie wieder vor dem Häuschen und schaut irgendwie verwirrt drein, als er uns in der Dunkelheit erblickt. Er ist aber ein Gemütsriese und trollt sich wieder ins Häuschen, und kaum ist er drin, kann er nicht mehr heraus, weil wir die Klappen vor die Ein-/Ausgänge drehen. Uff, das war einfach, es ist 10 nach vier und wir sind startklar. Na dann los, Auto vors Haus geholt, unser Gepäck und unsere kostbare Hörnchenfracht ins Auto (die drei nagen mittlerweile ganz kräftig an den Lüftungsschlitzen, so ganz angenehm ist ihnen das Wissen, dass sie nicht herauskönnen, doch nicht). Wir fahren durchs nächtliche Unna zum Wildwald Voßwinkel, ca. 30 Minuten, dort ist der Eingangs- und Restauranttrakt erleuchtet, aber ansonsten ist es finster und kalt (5 Grad) im Wald, der Uhu aus dem Gehege 100 Meter entfernt ruft, ein Greifvogel ist auch zu hören.
Wir stellen die Häuschen mit unseren lieben Ex-Untermietern ins Gehege, platzieren noch ausreichend Futter und kaum öffnen wir die Klappen vor den Luken der Häuschen, düst Cookie heraus; er war allein in seinem Haus und fühlt sich wohl draußen sicherer, allerdings verläßt ihn bald sein Tatendrang und er bleibt oben im Wandgitter hängen und bewegt sich kaum noch. Die anderen, die zu zweit im Häuschen sitzen, machen keine Anstalten. Wir gehen zum Auto zurück, um auf den Sonnenaufgang zu warten, und tatsächlich sobald die Dämmerung kommt, zeigt sich Madame Krümel und zusammen mit Cookie umrundet sie ihr neues vorübergehendes zuhause. Kurze Zeit später kommt auch Keks heraus, alle drei bewegen sich schnell, lauschen auf jedes Geräusch und beschnuppern sich immer wieder gegenseitig.
Wir schauen noch eine Zeit zu, schon jetzt kommt keiner der Drei mehr auf Zuruf oder für ein Leckerli, auch wenn wir im Gehege stehen und dieselbe Kleidung anhaben wie sonst, wenn wir ins Wohnzimmer gekommen sind und sich alle auf uns gestürzt haben. Als wir den Eindruck haben, dass alle wohlauf sind, lassen wir sie allein und fahren heim, wo wir dann schon bald damit beginnen, das Wohnzimmer aufzuräumen.
Kara bekommt jetzt, vielleicht als letzte Chance, ein wenig Cortison, schaun wir mal, ob das hilft, ihr rechtes Hinterbein ist zur Zeit gelähmt, ihr geht es nicht gut, aber ihr Lebenswille ist noch da.

Bussi
Keks
Cookie
alle
                  3
alle
                  3
Schlafhäuschen

 oben links: Krümel und Keks im Olivi/oben Mitte: Keks auf Fuß/oben rechts: Cookie chillt
 unten links: alle 3 im Gehege/unten Mitte: alle 3 auf dem Häuschen/unten rechts: nach der Ankunft


Wir schauen nachmittags noch einmal im Wildwald nach dem rechten, dort ist aber nichts zu sehen, unsere ehemaligen Schützlinge zeigen sich zuerst nicht und reagieren auch nicht auf unsere Lockversuche. Frustrierend. Dann entschließt sich Cookie doch noch, sich zu zeigen...naja, es war doch eher der Hunger, der ihn trieb, er verspeist einige Sonnenblumenkerne; Krümel zeigt nur kurz ihren Kopf an der Öffnung eines Unterschlupfes, dann zieht sie sich zurück.
Abends hören wir eine Lesung der Leiterin des Wildwaldes, Anneli Noack, die ein Buch über ihre Aufzucht von drei Frischlingen geschrieben hat, die wegen des versehentlichen Abschusses der Bache verwaist waren. Ein toller Abend, sehr kurzweilig und lustig, und für uns besonders interessant, weil Frau Noack trotz aller Unterschiede zwischen Wildschweinen und Eichhörnchen und den Voraussetzungen unserer Päppelbemühungen (wir daheim im Wohnzimmer, sie mit dem Wildwald und vielen nützlichen und professionellen Kontakten im Hintergrund) ähnlich menschlich an ihre Aufgabe herangeht und trotz aller gebotenen Distanz mit Herz und Hingabe bei der Sache ist. Vermutlich funktioniert das auch nur so, weil sonst der Aufwand, den man betreiben muss, immer kritisch hinterfragt wird, Frau Noack zum Beispiel ist sechs Jahre lang (so lang hat sie "ihre" Rotte begleitet) nicht in den Urlaub gefahren.

08.09.2019
Unsere "Exilanten" sind nach wie vor sehr schüchtern oder müssen sich erst an die Kälte und die neuen Geräusche gewöhnen - schade, wir bekommen sie nicht zu Gesicht. Bei ihren Vorgängern ging das flotter, die haben sich schnell eingewöhnt, da war es aber auch wärmer. Wir wollen den Mut nicht sinken lassen, schöner wäre es aber schon, wenn sie sich zeigten und wir sehen könnten, dass sie fit und munter sind. Naja, vielleicht später in der Woche.
Bei Kara sieht es unverändert aus, sie kann die Hinterbeine nicht wirklich nutzen, gelegentlich streckt sie sie, ansonsten versteckt sie sich nur und kommt selten aus ihrem Unterschlupf, wir erkennen es meist an Kötteln oder an Veränderungen am Buffet. Gelegentlich holen wir sie heraus, es ist ihr aber sichtlich unangenehm, manchmal beißt sie auch - klar, sie kann sich ja nicht anders helfen, weglaufen geht ja nicht. Aber sie frißt, vor allem wenn man ihr eine Baumhaselnuß vor die Nase hält, selbst festhalten ist schwierig.

10.09.2019
Gestern konnten wir nicht in den Wildwald, heute aber haben wir sie gesehen, unsere Racker: Cookie nur kurz, er verschwindet kurz nachdem wir uns ans Gitter gestellt haben, aber Keks und Krümel zeigen sich und lassen sich sogar mit ein paar Walnussfilets, die wir durchs Casanet stecken, locken. Zwar nicht ganz ohne Ringelpietz, letztlich aber siegt der Appetit. Keks, der bei uns im Wohnzimmer eher "erwachsen" und weniger verspielt war, turnt mit einem Stück Baumrinde rum, legt sich auf den Rücken, wirkt richtig ausgelassen. Und Krümel, die Schöne, zeigt sich, posiert, lässt sich aber nicht anmerken, dass sie uns erkannt hat. Bald verschwindet sie zu Cookie in den Kobel, und als ein Kindergeburtstag anrollt, trollt sich auch Keks. Das war ein schöner Spätsommertag (heute hat in Rheinland-Pfalz die Weinlese gestartet), unseren Schützlingen geht es gut, sie sind fit und gut drauf, wir können beruhigt nach Hause fahren.

Keks
Krümel
Keks

 links: Keks spielt/Mitte: Krümel hat Flöhe/rechts: Keks ist aufmerksam

Kara geht es nach wie vor nicht gut, ihr Bauch bläht auf, sie braucht Hilfe beim Pipi machen, die Beine kann sie kaum gebrauchen, lediglich zum pinkeln streckt sie sie vor, wie es die meisten unserer Pfleglinge gemacht haben. Sie hat heute zum letzten Mal Cortison bekommen, jetzt versuchen wir es noch mit Homöopathie - so lange sie Lebenswillen zeigt und keine Schmerzen erleiden muss, versuchen wir alles.

11.09.2019
Kara hat es überstanden, sie muss sich nicht mehr quälen, heute am späten Nachmittag ist sie eingeschlafen. Heute morgen schon wollte sie nicht mehr fressen, liess sich ohne Widerstand auf die Hand nehmen und rollte sich nur noch ein, Schmerzen hatte sie offensichtlich nicht, und so haben wir sie gehen lassen. Sie liegt jetzt neben Swiffi und Liesel im Garten unterm Haselnussstrauch. Arme kleine Kara, wir hätten Dich lieber in den Wald entlassen.

Kara

 Kara

17.09.2019
Unsere "Auswilderer" machen uns ein wenig Kummer, Krümel scheint schon "stereo" zu sein, sie wiederholt immer dieselbe Bewegungsabfolge viele Male - ein sicheres Zeichen für Unterforderung, sie sollte eigentlich bald den nächsten Schritt machen, aber sie ist auch noch recht jung und die anderen beiden sind noch nicht so weit...Keks flitzt durchs Außengehege, lässt sich auch von normalem Trubel nicht aus dem Konzept bringen, am Sonntag allerdings war es ihm dann wohl doch zu viel, viele Familien mit Kindern trafen sich in der Nähe des Geheges zu einer Veranstaltung, da hat er sich doch verzogen.
Cookie haben wir nicht gesehen, vielleicht war er schon im Bubumodus. Wir werden die drei weiter besuchen, so allzu lange wird es nicht dauern, bis sie raus können, sie müssen ja auch noch einen Kobel bauen und Vorräte anlegen.
Wir hätten schon wieder einen kleinen Eichkater bekommen können, dieses Mal haben wir aber drauf verzichtet...

Cookie
Krümel
Keks und Cookie

 links: Cookie/Mitte: Krümel/rechts: Keks und Cookie

Super Besucherzähler für Homepage
© 2029 Psychology Of Love